Wird die FU Studiobühne Ritterstraße geschlossen?

 

Es ist soweit: am 31. Oktober 2008 wird die Studiobühne Ritterstraße geschlossen.

Die 1-jährigen Verhandlungen mit der FU Berlin führten zu keinem gemeinsamen Ergebnis. 

Vorschläge unsererseits, wie zum Beispiel der Versuch ein Festival mit der Uni zu organisieren, wurden mehrfach abgelehnt. Aktive arbeiteten gemeinsam mit professionellen Performer_innen im Mai ein Konzept für eine ABV (AllgemeineBerufsvorbereitung)- Veranstaltung in der Studiobühne aus, auch dieses wurde abgelehnt. Schließlich scheiterte auch unser Versuch, die Uni zu einem Konfliktlabor einzuladen, um gemeinsam eine Lösung für die Lage zu finden.

Unsere Bestrebungen, die Studiobühne in den regulären Studienordnungen unterzubringen, wurden vom Institut für Theaterwissenschaft nicht unterstützt. Außerdem wurden uns Umstrukturierungspläne der FU nicht offen gelegt.

Dazu kamen dann vor ein paar Monaten auch noch andere Probleme:

Hello Gentrification! Vor den Toren der Studiobühne!
Wie einige von euch vielleicht schon bemerkt haben, wird im ganzen Gewerbehof
der Ritterstraße seit ca. 6 Monaten renoviert, neu vermietet, schick eingerichtet. Neue Galerien, ein Cafe, ein Hostel, das sind die neuen Mieter der Ritterstraße. Wir scheinen nicht mehr in dieses Bild zu passen (oder zumindest den neuen Mietpreisvorstellungen nicht gerecht werden zu können) und wurden vor drei Monaten gekündigt.


Für uns heißt das jetzt: Wir trennen uns vom Raum und von der Uni und machen ohne beides weiter!
Aber vorher wollen wir mit euch trauern, Abschied nehmen und feiern!
Hier gab es in den letzten Jahren in studentischer Selbstverwaltung Peformances, Theater, Lesungen, Musik, Tanz, Begegnung, Austausch, Inspiration und und und!!!


Die Studiobühne war unsere "Spielwiese", unsere Möglichkeit, unabhängig von Leistungs- und Produzierwahn Ideen zu entwickeln und auszuprobieren.

Wie uns Dozent_innen bereits drohten:

Irgendwann ist es vorbei mit der "Spielwiese" ... aber wir spielen weiter.


Mehr dazu beim Festival "Kiss me and smile for me"...

ARCHIV: Information Mai 2008

wunsch_wander_philosophin (er)klärt und beschert miss_verständnis.

Das 7. Gespräch zwischen Vertreter_innen der FU Studiobühne, Dozenten des Instituts für Theaterwissenschaft und einer Vertretung des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaft war am 2. Mai 2008 um 12.30h.

Verhandelt wurde diesmal nach einer Protestbrief- und Performanceaktion an der sich über 20 Vertreter_innen der Studiobühne beteiligten (DANKE an alle Beteiligten!) mit einer größeren Gruppe von ca. 10 Studiobühne-Vertreter_innen und den üblichen Uni-Verantwortlichen.

Das beste voraus: Die Studiobühne bleibt bis Dez. 2008!

 
Die Fachbereichsvertretung berichtete über allgemeine FU Finanzprobleme und die Kürzung vieler Etats, unter anderem die für die studentischen Hilfskräfte vorgesehenen Gelder.

Die Studiobühnenvertreter_innen legten einen Entwurf zur Teilfinanzierung der Studiobühne Ritterstraße durch die FU vor. Die dafür mögliche oder nötige Rechtsform bzw. Finanzierung durch andere Universitäten, Fördergelder, Vermietung, etc... wird nun von studentischer Seite recherchiert.

Bis September 2008 brauchen wir ein neues Finanzierungskonzept, sonst wird gekündigt. Unterstützung ist willkommen!

 

Die Räume in Lankwitz wurden nicht gemeinsam besichtig, ein Plan bzw. Kontaktmöglichkeiten wurden aber verteilt. Es handelt sich dabei um einen alten Seminarraum von 120 qm ohne Fenster.

Die gegenwärtige Studiobühne in Kreuzberg wird mit einer Fläche von 300 qm als Workshop-, Probe- und Aufführungsraum genutzt.

Aufführungsorte sollen laut den im April erwähnten Umstrukturierungsplänen für jedes Projekt einzeln organisiert werden. Alle Aufführungskonzepte müssten sich nach den ästhetischen, strukturellen und finanziellen Konditionen der Leitung des jeweils zu suchenden Aufführungsortes richten.

Bewährte Grundlage der jetzigen FU Studiobühne sind raumbezogene Aufführungsstrukturen, selbstbestimmte Organisation, Inhalte und Formen, internationale Netzwerkbildung und Interdisziplinarität.

 

 

 

Wer kocht was oder wen wie lange womit und wozu?

Zutaten:

15x Studiobühne

2x Theaterwissenschaft

1x Fachbereichsverwaltung

x Unileitung und (un)bekannte Interessen

 

=

Verhandlungssalat:

Geld, Raum, Struktur, Autonomie, Hierarchie, Theaterästhetik, Black Box, Engagement, Konkurrenz, Vernetzung, Kommunikation.

 

Zukunftseintopf:

Was kochen wir? Womit?

Was willst Du essen? Was gibst Du dafür (aus)?

Mit wem kochen wir?

Mit Humboldt, Busch und den anderen ?

Werden wir ein(e) Vereinsmeier Ei?

 

Komm doch vorbei und koch mit uns ein paar Ideen...

 

Studiobühnenbrunch das ERSTE:

Sonntag, 1. Juni, 11Uhr.

Ab jetzt jeden 1. Sonntag im Monat.

Grundsätzliches zur FU Studiobühne

2002 wurde die Studiobühne wieder ins Leben gerufen, dafür gab es eine schriftliche Neukonstituierung, diese besagt:

 

die FU Studiobühne ist eine zentrale Einrichtung der Universität, sie soll allen Studierenden aller Fachbereiche offen stehen

sie soll das kulturelle Leben an der Universität bereichern

sie soll in Kooperation mit dem Institut der Theaterwissenschaft (Thewi) zusammenarbeiten

Das Jahresbudget für die Studiobühne kommt direkt von der FU, nicht vom Institut Thewi.

Die Stelle der studentischen Hilfskraft, die die Studiobühne leitet und die Gelder verwaltet, wird vom Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften bewilligt und finanziert.

Die Thewi hat mit der Finanzierung der FU Studiobühne nichts zu tun.

 

 

FAQs zur aktuellen Situation der Studiobühne:

1. Stimmt es, dass es nur um eine Umstrukturierung geht?

Antwort: Alles das, was jetzt die FU Studiobühne ist, soll es nicht mehr geben. Natürlich kann man dieses – uns nur aus den Gesprächen  ersichtliche - Konzept dann "FU Studiobühne" nennen.

Fragt am besten mal nach, was mit Umstrukturierung gemeint ist:

Soll es überhaupt einen Raum, in dem Studierende proben, aufführen etc. können, geben? Sind die Projekte für Studierende aller Fachbereiche offen? Dürfen Studierende selbständig Projekte erarbeiten und über die Aufnahme neuer Projekte entscheiden? Wie viele Studierende dürfen denn dann mitmachen? Und wer wählt diese aus? Werden die Projekte von den Dozierenden angeleitet und kontrolliert?

 

2. Muss die Studiobühne in der Ritterstraße geschlossen werden, weil der Mietvertrag ausläuft?

Antwort: Nein, der Mietvertrag läuft nicht aus.

 

3. Verteuert sich die Miete?

Antwort: Nein.

 

4. Ist es nicht so, dass in der Studiobühne eigentlich sowieso nichts stattfindet und deshalb dort eigentlich auch nie jemand ist?

Antwort: Bitte kommt selbst vorbei (zu einem der Treffen / Aufführungen) und überzeugt Euch vom Gegenteil bzw. werft einen Blick auf die Homepage.

Gegenwärtige Projekte: www.studiobuehne-ritterstrasse.de/index.php?id=10

Projektarchiv: www.studiobuehne-ritterstrasse.de/index.php?id=8

 

 

Unsere Forderungen

Die Studiobühne soll, wie im Vertrag ihrer Neukonstituierung von 2002 festgelegt, als Zentraleinrichtung Studierenden aller Fachbereiche zur Verfügung stehen.

Sie soll Studierenden ermöglichen in selbstorganisierten Kultur- und Kunstprojekten bildungsrelevante und auch berufsorientierende Erfahrungen zu machen.

Die Position der studentischen Hilfskraft soll neu ausgeschrieben werden.

An den Auswahlgesprächen für die Besetzung der Position der studentischen Hilfskraft möchten wir beteiligt werden.

An der Entscheidung über die Zukunft der Studiobühne möchten wir beteiligt werden.

Wir wünschen darüber hinaus eine andere Aufteilung der Zuständigkeiten, die sicherstellt, dass die vom Institut für Theaterwissenschaften für die Studiobühne verantwortlichen Dozierenden die Arbeit an der Studiobühne konzeptionell sowie fachlich unterstützen, was schließlich eine tatsächliche inhaltliche Kooperation der beiden Institutionen bedeuten würde.

 

 

Was bisher geschah

Juni 2007:

Julia, die bis dato als studentische Hilfskraft die Studiobühne leitete, gab ihre Stelle auf. Während des Gesprächs, das sie wegen ihrer Hilfskraft-Stelle mit dem Zuständigen für die Studiobühne, Dr. E. führte, wurde ihr mitgeteilt, der Raum in der Ritterstraße werde geschlossen, weil es einige Leute an der Thewi gebe, die die Studiobühne in ihrer jetzigen Form nicht gut fänden. Wer das findet, wurde nicht gesagt. Mit dem Geld solle stattdessen ein (einziges) Festival in Kooperation mit einem Berliner Theater organisiert werden.

Kontinuierliches, selbstständiges Engagement und selbstbestimmte praktische Arbeit der Studierenden wären in einem Festival mit vorgegebenen, repräsentativen Inhalten nur sehr bedingt möglich. Gerade diese Arbeits- und Qualifikationsmöglichkeiten halten wir aber in einer FU Studiobühne für erstrebenswert. Das organisatorische Mitwirken an einem Festival mit vorgegebenen Aufgaben und Inhalten kann an jedem Berliner Theater durch Praktika o.ä. erfahren werden.
Die Stelle der Studentischen Hilfskraft zur Organisation der FU Studiobühne wurde für Oktober 2007 ausgeschrieben.

 

Juli – November 2007:

Die Idee eines einzelnen "repräsentativen Festivals" wurde bei weiteren Gesprächen von den zwei Dozenten der Theaterwissenschaft dahingehend revidiert, dass es auch um praktische Seminare an der Thewi gehe, bei denen Thewi-Studierende Scheine erwerben können. Das hieße wahrscheinlich, das Jahresbudget würde hauptsächlich für Honorare für die Leitenden dieser Seminare ausgegeben und Studierende aus anderen Fachbereichen könnten nur noch etwaige Restplätze in solchen Veranstaltungen bekommen.

Selbstorganisierte Projekte von Studierenden seien zu laienhaft und unnötig. Ein Raum sei nicht nötig. Auch ABV-Projekte benötigten keinen Raum, da es sich bei den ABV-Projekten um kein praktisches sondern ein virtuelles Praktikum handle.

Die Studiobühne solle nicht mehr allen Studierenden offen stehen, sondern schwerpunktmäßig scheinrelevante Veranstaltungen der Thewi finanzieren.

Bei den drei Gesprächen wurde auf unsere Argumente und Vorschläge nicht weiter eingegangen und die Zustimmung der FU-Studierenden, insbesondere derjenigen, die momentan in bzw. für die FU Studiobühne arbeiten, nicht für notwendig erachtet.

Deshalb haben wir den Fachbereich und die Uni-Leitung informiert.

 

Das Besetzungsverfahren der Studentischen Hilfskraftstelle wurde gestoppt, da die Uni-Leitung über die vom Thewi Institut geplanten Umstrukturierungspläne für die FU Studiobühne nicht informiert war. Im September 2007 lief die Hilfskraftstelle aus, seither wird die Studiobühne ehrenamtlich von Studierenden geleitet.

 

Dezember 2007 – Februar 2008

Ein Gespräch im Dezember 2007, zu dem die FU Vizepräsidentin auf Anfrage der Studierenden eingeladen hatte, ergab insofern Konsens, dass sich die beteiligten Präsidiumsmitglieder und Dozenten für den Fortbestand der Einrichtung "FU Studiobühne" und für "Freiräume" aussprachen. Die FU Studiobühne solle in enger Kooperation mit der FU, insbesondere mit der Theaterwissenschaft stehen. Darüber herrschte eigentlich Konsens.

Über die Form der Einrichtung (mit / ohne eigenen Raum, von Dozent/innen oder Studierenden geleitet) wurde jedoch keine Einigung gefunden.
Fazit des Gespräches zur FU Studiobühne im Präsidium war dennoch eine Handlungsaufforderung an uns Studierende und die Dozent/innen der Theaterwissenschaft gemeinsam ein Konzept für die zukünftige Form der Studiobühne zu erarbeiten, damit die Stelle neu ausgeschrieben und die finanziellen Mittel wieder freigegeben werden können. Eine Einigung mit den verantwortlichen Dozenten der Theaterwissenschaft hatte sich ja bis jetzt als unmöglich erwiesen, da diese der bisherigen Arbeit geringschätzend gegenüberstanden und sich grundsätzlich in jedem Falle gegen einen eigenen Raum aussprachen. Was insofern bemerkenswert ist, als dass die Wichtigkeit eines eigenen Proben- und Aufführungsraumes von 2002- 2007 noch von den Zuständigen unterstützt wurde.

Dennoch wurde ein neuer Termin vereinbart.
 

März – Mai 2008

Im nächsten Gespräch standen das von den Dozent_innen der Theaterwissenschaft beim Fachbereich für Philosophie und Geisteswissenschaft eingereichte Umstrukturierungskonzept und erneut die Raumfrage im Vordergrund. Entgegen der Handlungsaufforderung nach dem Gespräch im FU Präsidium war das eingereichte Konzept kein gemeinsam erarbeitetes, dem Team der jetzigen FU Studiobühne liegt es gar nicht vor. Soweit es dennoch aus dem Gespräch hervorging, war darin kein eigener Raum für die FU Studiobühne vorgesehen. Dies bemängelte der Vertreter des Fachbereichs für Philosophie und Geisteswissenschaft, da die Vergangenheit vor der Mietung des Kreuzberger Raumes zeige, dass die einwandfreie finanzielle Nachvollziehbarkeit und Abrechnung von einzelnen geförderten Projekten sehr schwierig sei. So wurde zumindest die Notwendigkeit einer räumlichen Basis der FU Studiobühne anerkannt.

Die Vertreterinnen der jetzigen FU Studiobühne signalisierten insofern Kompromissbereitschaft, dass sie anboten, sich über Möglichkeiten zu informieren einen preisgünstigeren Raum zu mieten. Auch der Vertreter des Fachbereichs sowie die Dozent_innen der Theaterwissenschaft boten an, sich über derartige Möglichkeiten zu informieren.

Während des nächsten Treffens berichtete das Studiobühnen-Team über Raummöglichkeiten im Wedding auf dem entstehenden Gelände des "Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz" oder in den daran anschließenden Gebäuden. Die dortigen Mietpreise würden jedoch die derzeitige Miete übersteigen und böten also keine sinnvolle Alternative.

Die Dozent_innen der Theaterwissenschaft boten keine Raumalternativen an. Sie erwähnten Kontakte zu Berliner Theatern, in denen studentische Projekte aufgeführt werden könnten. Bisher gibt es diesbezüglich eine negative Erfahrung des jetzigen Studiobühnenteams. Andere Kooperationen sind noch nicht entstanden.

Der Vertreter des Fachbereichs verwies freundlicherweise auf ein Angebot der FU, Räume des alten Publizistikinstituts in Lankwitz zum Proben zu nutzen. Dies würde jedoch einen krassen Bruch mit den Grundprinzipien der jetzigen FU Studiobühne bedeuten (siehe oben).

 

++ +Von unseren Gesprächspartnern der Thewi hat in den Jahren 2006 und 2007 gerade mal eine Person eine einzige Aufführung besucht. Tipps, Kritik, Ratschläge, irgendeine Form von engerer und konzeptioneller Zusammenarbeit hat es nicht gegeben.

Kritik wurde vor der Kündigung nie geäußert und auch nichts von anderen bzw. neuen Plänen gesagt.